Nachwachsender Rohstoff
nov Regional. Wer nachhaltig mit nachwachsenden Rohstoffen bauen will, denkt wahrscheinlich in erster Linie an Materialien wie Holz. Das aber auch Stroh ein hervorragender wärmedämmender Baustoff sein kann, beweisen Architekten aus Hessen. Der Baumarkt ist zur Materialbeschaffung weniger angesagt, als die landwirtschaftlichen Betriebe in der Umgebung, die die benötigten Strohballen liefern. Das aus Stroh entstehende Haus ist dabei zusätzlich noch biologisch abbaubar. Der Trend geht momentan zu mehr Häusern aus Stroh.
In Lüneburg sind mittlerweile Mehrfamilienhäuser und ein Kindergarten mit dem Material entstanden und einen Fachverband Strohballenbau Deutschland gibt es auch schon. Fast schon überflüssig zu betonen, dass der Bau der Häuser klimaschonend ist und das fertige Haus nachher eine sehr gute Klimabilanz aufweist. Das gepresste Stroh ist ein hervorragender Wärmespeicher und Schallschutz – und dazu ein Abfallprodukt aus der Land- und Forstwirtschaft, dessen Herstellung nicht viel Energie verbraucht. Strohhäuser benötigen wegen ihrer guten Dämmung nicht viel Heizenergie, die Anfahrtswege für die Materiallieferung sind kurz. Wer sich nun für ein Strohhaus entscheiden möchte, will wahrscheinlich auch wissen, wie teuer das Ganze ist. Auch hier gibt es einen Vorteil zu vermelden: Strohhäuser sind oft fünf bis zehn Prozent günstiger als herkömmliche Häuser. Zwar sind die Verarbeitung und der benötigte Lehm mit höheren Kosten verbunden, Stroh selbst kann aber regional oft günstig gekauft werden.