Betonwüsten beleben

Umwelterziehung in der Kita mit Saatkugeln

bv Wustrow. Umwelterziehung fängt schon bei den Jüngsten an – „natürlich“, sagt Sabine Zipoll, Leiterin der Kindertagesstätte in Wustrow. Der Weltkindertag stand in diesem Jahr unter dem Motto „Recht auf Leben mit einer intakten Umwelt“. „Deshalb haben wir Saatkugeln hergestellt“, berichtet Zipoll. Die schwarzen Erdbälle wurden überall dort eingegraben, „wo wir meinen, dass es schön wäre, wenn die tristen Stellen durch Blumen ersetzt werden. Die Stadt hat uns unterstützt und sogar ein Fleckchen Wiese zur Verfügung gestellt“, freut sich die Kita-Leiterin. „Uns ging es um die Stellen im Stadtbild, die trist und kahl brachliegen. Zwischen Betonwüsten ein Fleckchen Erde, das kümmerlich aussieht und nur noch als Hundeklo oder zum Müllabladen dient.

Oft besteht keine Möglichkeit, diese unwirtlichen Ecken zu bepflanzen. Lose Samen haben ohne Aufbereitung des Bodens kaum eine Chance, sich zu entwickeln. Mit sogenannten Saatkugeln können diese schlechten Ausgangsbedingungen überwunden werden. Sie bestehen aus einer stabilen Mischung von Erde, Nährstoffen und Blumensamen und geben die nötige Starthilfe, dass eine Pflanze sich auch dort entwickeln kann, wo die Umgebung es sonst nicht zulassen würde“, erläutert Zipoll. Dazu brachten alle Kinder Saatgut von zu Hause mit.

Wer Lust hat, die Aktion zu unterstützen, kann selber Saatkugeln herstellen und auf einem seiner Spaziergänge platzieren. Ein Rezept zur Fertigstellung von Saatkugeln: In einer größeren Schüssel werden fünf Löffel Erde und fünf Löffel Tonerde mit einem kleinen Löffel Saatgut vermischt. Nun kommt etwas Wasser dazu, bis ein geschmeidiger, aber noch fester Teig entsteht. Dann können walnussgroße Kugeln geknetet werden. Ist eine Kugel geformt, kann sie in Eierpappen oder auf einer Zeitung in Ruhe trocknen. Das Trocknen ist wichtig, damit die Samen nicht jetzt schon wachsen. Auch Schimmelbildung wird verhindert, deswegen sollten die Saatkugeln auch dunkel und trocken gelagert werden.

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