bm Lüchow. Man sagt, dass Entrümpeln als Königsweg zum Glück gelte. Sich von innerem und äußerem Ballast zu trennen, bringe Klarheit in das eigene Leben. Um dieses Thema ging es im Rahmen der Männerrunde, ein Kreis von acht Männern, die regelmäßig Veranstaltungen im Lüchower Gemeindehaus organisieren, am vergangenen Mittwoch. Maike Paul, die unter anderem als religionspädagogische Mitarbeiterin der Gesamtkirchengemeinde West tätig ist, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Wer loslässt, hat die Hände frei“. Mit vielen praktischen Beispielen, teilweise aus dem eigenen Familienalltag, gab sie Tipps, wie man sich und seinen eigenen Alltag besser strukturieren könne. „Wer kennt es nicht, die unaufgeräumten Ecken in der Garage oder in Abstellräumen? Freie Flächen füllen sich fast immer. Es hilft, wenn man den Dingen einen festen Platz gibt und alles, was man hervorholt, nach dem Gebrauch wieder gleich zurückstellt“, riet Paul den etwa 28 zuhörenden Männern, die durch eifriges Nicken ihre Zustimmung zeigten.
Die beste Möglichkeit, einmal von Grund auf aufzuräumen, sei ein Umzug. „Wer von Ihnen wohnt schon länger als 20 Jahre in demselben Haus und hat Enkelkinder?“, fragte Paul und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Dann wissen Sie sicherlich, wovon ich spreche.“ Es gebe die sogenannte Zwei-Minuten-Regel, das bedeute, alles, was man in zwei Minuten erledigen kann, sollte man nicht aufschieben, sondern sofort erledigen. Zwischendurch gab es eine kurze Unterbrechung mit der Aufgabe, sich mit seinem Sitznachbarn über die eigenen Aufräumgewohnheiten zu unterhalten.
Es ging aber nicht nur darum, die Ecken aufzuräumen, es ging auch um digitalen und um seelischen Ballast. Wie etwa Fotos auf dem Handy. „Sortieren Sie und löschen Sie alle unnötigen Bilder und Videos. Schaffen Sie Platz“, empfahl die Küstenerin.
Bei dem Seelenballast sehe es schon etwas anders aus. „Richten Sie den Blick nicht nur auf den Mangel. Alles lässt sich nicht verwirklichen. Auch diese Erkenntnis schafft Erleichterung. Gehen Sie zur Beichte oder Seelsorge, wenn Sie etwas stark belastet.“
Positives Denken sei auch ein Weg in die richtige Richtung. „Am Abend sollte man sich an drei gute Dinge erinnern, die man am Tag erlebt oder gemacht hat. Das relativiert die negativen Dinge.“ Außerdem solle man nie unversöhnt ins Bett gehen. „Beenden Sie Streitigkeiten vor dem Schlafengehen.“ Am Ende des knapp einstündigen Vortrags gab es selbst geschmierte Brote und Getränke und es gab noch so manches „Aufräumgespräch“ mit der Referentin.