„Eine Renaissance der Menschlichkeit“

Pilotprojekt junger Führungskräfte bei der VR PLUS

rs Dömitz. Der Einzelhandel verändert sich. Durch die Corona-Pandemie wird dies in einigen Bereichen noch beschleunigt. Was will der Verbraucher genau – jetzt und auch zukünftig? Diese scheinbar einfache Frage steht im Zentrum eines Pilotprojekts der VR PLUS, das sich am Beispiel des Dömitzer Raiffeisenmarktes schablonenhaft auf alle weiteren 13 VR-PLUS-Raiffeisenmärkte zwischen Stelle und Osterburg anwenden lassen soll. Jedoch sind alle Märkte, in denen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, in ihrer Größe und Struktur unterschiedlich – und das soll bewusst auch so bleiben. Regionalität soll sich weiter wiederfinden.

„Jeder unserer Märkte setzt unterschiedliche Schwerpunkte“, informiert Heike Wilke, verantwortlich für den Bereich Energie/Markt bei der VR PLUS. Dies liege an den verschiedenen Kundenbedürfnissen, an der Regionalität. Diese Alleinstellungsmerkmale gelte es herauszuarbeiten und in den Vordergrund zu rücken, damit man dauerhaft bestehen beziehungsweise den Umsatz halten kann. „Dabei verfolgen wir die Strategie der Differenzierung, nicht die der Kostenführerschaft, wie manche Discounter“, so Wilke. Hinter letzterer Aussage steht das Ziel, durch schnelle Reaktionen auf Trends, die Zahlen zu halten, nicht Bilanzen durch eine Veränderung der Mitarbeiterzahl zu nivellieren.

Dieses Rad drehen seit Anfang 2020, bereits vor Beginn der Pandemie, beim Projekt „Erneuerung / Einzelhandel / Marktoptimierung“ im Geschäftsfeld Markt die beiden jungen Führungskräfte Timo Bergmann (35) und Daniel Stephan (38). Bergmann stammt ursprünglich aus Lüneburg und hat im Unternehmen gelernt; Stephan wohnt in Saggrian und ist seit elf Jahren bei der VR PLUS beschäftigt. „Gezielt haben wir uns für eine interne Lösung gegen den Einsatz einer Beraterfirma entschieden“, informiert Heike Wilke. „Wir haben selbst gute Leute, die Lust haben, etwas zu bewegen. Diese kennen den Kunden zudem am besten.“

„Unser Ziel ist es, die Besten zu sein“, sagt Stephan. „Wir sind heiß wie Frittenfett“, schiebt Bergmann nach. Mit Leidenschaft tragen die beiden vor, wie sie mit ihrem Projekt, für das die VR PLUS – die insgesamt in die Geschäftsfelder Bank, Markt, Energie, Agrar und Technik aufgeteilt ist – die Mittel bereitstellte, die Raiffeisenmärkte voranbringen wollen – und zeigen damit zudem die Veränderungsbereitschaft in der Krise auf: Zunächst sei es am Beispiel von Dömitz, wo in den vergangenen Monaten bei laufendem Betrieb zeitgleich ein Umbau erfolgte, darum gegangen, den Ist Zustand zu ermitteln. Dies bezog sich ebenso auf die „Renner und Penner“ im Markt, das Potenzial, wie auch auf die Mitarbeiterstruktur. „Wir wollen die Mitarbeiter mitnehmen, am Prozess teilhaben lassen, den genossenschaftlichen Gedanken leben“, merkt Bergmann an. Denn jene seien maßgeblich für das Gelingen des Projekts, da Kundennähe, Kompetenz und Service von diesen ausgingen. Daher führten Bergmann und Stephan unzählige Gespräche, bei denen sie ermittelten, wie die Mitarbeiter sich im Unternehmen sehen, wie ihr Schulungsstand ist, ob sie sich wohlfühlen und wie ihre Ideen für den Markt sind. „Wir möchten bei der Optimierung eben regional, ganz nah am Kunden sein, für jene Zeit haben und individuelle Lösungen anbieten“, kommentiert Stephan. Man wolle ein Einkaufs-/Wohlfühlerlebnis schaffen und als „Gastgeber an einem Treffpunkt“ fungieren, argumentieren beide. „Es ist die Renaissance der Menschlichkeit“, erläutert Wilke, die unterstreicht, dass die VR PLUS stolz auf das bisher durch die jungen Führungskräfte Geleistete ist.

Beim Umbau des Dömitzer Marktes wurden die parallel von Daniel Stephan und Timo Bergmann entwickelten Leitplanken angewendet. Daher finden sich im dortigen Sortiment neben Baustoffen, Futtermitteln, Garten- und Heimwerkerbedarf auch Angel- und Reitsportutensilien sowie Badzubehör. Die offizielle Neueröffnung soll etwa Mitte Mai coronakonform über mehrere Tage oder Wochen erfolgen, wenn die Pflasterarbeiten vor dem Markt abgeschlossen sind. Im Markt gab es einen Komplettumbau mit energetischer Sanierung, einem neuen Lichtkonzept, einer neuer Kundenführung sowie zusätzlichen Aktionsinseln. Überdies wurde die Gartenfreifläche umstrukturiert und räumlich erweitert.

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