bv Molden. Astro-Fotograf Helmut Schnieder zeigt sich begeistert von der Sonnenfinsternis (SoFi), die am Wochenende auch im Wendland zu beobachten war. „Ich fuhr nach Molden zu Freunden von mir. Ich habe SoFi-Brillen zum Event mitgebracht. Viele Nachbarn und die Postbotin konnten damit die Finsternis betrachten. Ohne Schutzbrillen hätte man die partielle Finsternis auch nicht beobachten können.“
Schnieders erstes SoFi-Erlebnis datiert auf das Jahr 1959 während der Grundschulzeit: „Alle Schüler sollten Fensterscheiben, wenn vorhanden, mitbringen. Der normale Unterricht fiel aus. Der Schulleiter hat dann vor Beginn der Finsternis auf einem großen Tisch viele Kerzen in Reihen aufgestellt. Jeweils vier Kerzenflammen hinterließen in kurzer Zeit eine dichte Rußschicht auf dem Fensterglas, die Arbeit führte er beidhändig durch. Zuletzt prüfte er noch einmal die Beschichtungsqualität,indem er die Sonne durchden selbst gefertigten Sonnenschutzfilter betrachtete. Meine Klassenlehrerin war dabei auch nur Zuschauerin wie ich. Nach einer Stunde waren alle Fensterscheiben SoFi-tauglich.Vier Schüler konnten sicheine Fensterscheibe teilen.“
In Molden erschwerte die wechselnde Bewölkung die Arbeit mit dem 600-mm-Objektiv, berichtet Schnieder: „Mit Schutzfilter wurde es richtig schwierig, die Sonne zu finden, da man ins Schwarze blicken muss, um darin die Sonnenscheibe zu entdecken. Eine Wolkenlücke von zwei Minuten war jedes Mal zu kurz. Ich habe die Sonne dann über die Visierlinie der Kamerasonnenblende angepeilt. Anschließend waren meine Augen so stark überlastet, dass ich keine Verstellungen an Aufnahmezeit und Blende mehr vornehmen konnte, da sich meineAugen wieder an die absolute Dunkelheit des Kamerasuchers adaptieren mussten. Ich konnte gar keine Zahlen mehr im Sucher erkennen.“
600 mm reichen übrigens schon zur Erkennung von Sonnenflecken, so der Fotograf: „Manche der Flecken haben in diesem Jahr sogar doppelte Erdgröße. Auf meiner Aufnahme ist der große Fleck zu erkennen, der einen Durchmesser von etwa 24.700 Kilometern hat. Der Erddurchmesserliegt bei 12.756 Kilometern.“
Übrigens sei das Wissen um die astronomische Besonderheit schon sehr alt: „Schon Thales von Milet konnte für das Jahr 585 v. Chr. eine Sonnenfinsternis vorhersagen“, weiß Schnieder.