Ski und Rodel gut

Eiswetter geht zu Ende / Kraniche leiden

bv Dannenberg/Gümse. Was für ein Traumwetter. Am Sonntag passte alles – Eiseskälte, gepaart mit herrlichstem Sonnenschein. Kein Wunder, dass Hunderte Lüchow-Dannenberger von jung bis alt die einzigartige Wetterlage auch schon Tage davor für ausgiebige Spaziergänge nutzten, zum Rodeln, zum Lang- und zum Schlittschuhlaufen.

„Es ist das erste Mal seit sieben Jahren, dass das wieder möglich ist“, meinte etwa Hans-Christian Lange aus Prabstorf, der mit seiner Familie nach dem Schafefüttern auf die überfrorenen Wiesen ging, um dort auf Kufen übers Eis zu gleiten. Der Dannenberger Rodelberg war ein ähnlicher „Hotspot“ wie der Gümser See, wo sich zahlreiche Wintersportfreunde trafen. Schnell waren einige Felder mit Schneeschiebern präpariert, jemand brachte zwei Tore mit, und schon jagten sich die gemischten Mannschaften den Puck ab. Und das alles unter dem wachsamen Auge der Polizei, die selbiges aber gnädig zudrückte. „Wir wollten uns vergewissern, dass die Eisdecke stark genug ist“, betonten die Beamten, die keine Verstöße gegen die Maskenpflicht wahrnahmen. Familien dürfen sich bekanntlich mit einer fremden Person treffen, und Kinder zählen wieder extra. Am Freitag, so hieß es seitens der Polizei, habe ein Eisangler eine Eis­dicke von über zehn Zentimetern in Gümse gemessen, am Ende dürften noch einige Zentimeter dazugekommen sein.

Am Dannenberger Rodelberg ein ähnliches Bild: Zahlreiche Rodler von alt bis jung mit Schlitten, Rutschern und sogar Backblechen wurden gesichtet, einige wedelten auch auf Skiern die eisige Piste hinab. Dort löste die Polizei am Freitagabend eine kleinere Gruppe von Jugendlichen auf, die zu dicht beisammen standen. Ein anrührendes Bild bot sich in Lüggau und vor Groß Heide: Dort versammelten sich Hunderte Kraniche, um der Kälte zu trotzen und etwas Futter zu finden. Sie flogen nicht auf, selbst wenn Autos anhielten, um Fotos zu machen – zu kalt waren nicht nur die eisigen Nächte mit zweistelligen Minusgraden, sondern auch die Tage, und jeder unnötige Start kostet lebenswichtige Energie. Die Schreitvögel sind längst unterwegs aus den Winterquartieren in Spanien und Frankreich hin zu ihren Brutgebieten in Norddeutschland. Denn wer zuerst vor Ort ist, kann die besten Brutreviere beschlagnahmen. Nun hat die extreme Kaltfront die Tiere zur Zwangspause und teilweise sogar zur Rückkehr veranlasst. Schnee und Frost, die bis Dienstag ganz Deutschland beherrschten, brachten die Zugvögel in lebensbedrohliche Nöte. Egal wo sie derzeit rasten, die Nahrungssuche für die großen Tiere ist zur Zeit mehr als schwierig.

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