„Das ist viel besser als Schule!“

Zirkusluft für Kinder der Lenzener Grundschule

kek Lenzen/Elbe. Der Zirkus kam zur Schule, und alle packten kräftig mit an. „Nicht nur die Mitglieder des Fördervereins, auch Leute, die keine Kinder hier haben, und allen bin ich zu großem Dank verpflichtet“, freute sich Rektorin Sabine Döpel, als alles endlich stand. Denn gekommen war bereits zum vierten Mal der „erste ostdeutsche Projekt-Circus André Sperlich“, und das genau zum richtigen Zeitpunkt, denn für die Erstklässler war dies der erste ­Unterricht. Zuvor gab es am vorletzten Montag erst einmal eine „richtige“ Vorstellung der Artisten, bei der die 95 Schüler schon einmal sahen, was auf sie zukam. „Jeder konnte sich in Wunschlisten eintragen, und diejenigen, die gern albern, haben sich dann auch für die Clownerie beworben – interessant!“, freute sich die Schulleiterin.

Danach ging es dann täglich für zwei Stunden an die ­Arbeit, um in die bunte Zirkuswelt eintreten zu können. „Das ist viel, viel besser als Schule!“, beteuerten die Mädchen und Jungen am Donnerstagvormittag zur Generalprobe. Dazu waren die Bewohner des Altenheimes ­geladen, und was dort bereits geboten wurde, erzielte nicht nur größten Beifall: Eine Bewohnerin ließ eine Geld­spende „für die Kinder“ da, die das „ganz prima“ gemacht hätten.

Am späten Nachmittag waren dann nicht nur die Pfau-­Tauben, die in einer halben Stunde ihren Auftritt hatten, nervös. Schließlich waren zur ersten Vorstellung, der noch eine zweite am Freitag folgte, Eltern, Geschwister, Groß­eltern, Freunde und Bekannte gekommen, sodass das Zirkuszelt krachendvoll wurde.

Dann war da ein kleines Mädchen, das durch die kleine „Tina vom Zirkus“ durch dessen bunte Welt geführt wurde. Und was es da so ­alles gab: eine Reise um die Welt nach Japan, in die USA, in das geheimnisvolle Indien und zu den alten Pharaonen, eine Expedition durchs Wasser und hoch durch die Lüfte. Es ging vorbei am Hexenkessel, einer Disco, zu flatternden Tauben und einem be­häbigen Mümmelmann. Ganz groß dann die atemberaubende Vorstellung von fächerschlagenden „Spanierinnen“ an einem Drahtseil.

Und war der Beifall überhaupt schon so üppig – dabei wurde der Applaus fast übermächtig: als eine kleine, ­schmale Gestalt, leicht wie ein Schmetterling über große Ringe auf das Seil sprang – die erst sechsjährige Lara Grünberg. „Wir sind so stolz auf unsere Tochter, die uns nichts davon erzählt hat, was sie machen wird“, so die Mutter Annamarie Grünberg. Und diese Überraschungen voller Freude werden wohl alle ­Eltern erlebt haben.

„Ihr wart Spitze!“, hieß es auch vom Zirkusdirektor. „Und Schule muss schon sein, denn hier wird schließlich Wissen vermittelt. Zirkus muss aber auch unbedingt sein, denn hier lernen die Kinder Kameradschaft, Ordnung und Disziplin – und das auf eine Weise, an die sie sich ihr ganzes Leben hindurch gern erinnern werden“, so Döpel, der die Begeisterung über das gelungene Zirkus-Projekt anzusehen war.

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