Gilde pflegte Ehrenhain

Gedenken der Kriegstoten in Hitzacker

rs Hitzacker. Am Sonntag ist bundesweit Volkstrauertag. Dieser Gedenktag, an dem man sich der binnen vier Jahren rund 9,4 Millionen getöteten Soldaten im Ersten Weltkrieg erinnert, wird seit 1922 stets zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Das diesjährige Motto des Tages, dessen zentrale Veranstaltung eine Gedenkstunde im Deutschen Bundestag ist, lautet: „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“. Diese Gedenkstunde steht im Zeichen des russischen Krieges gegen die Ukraine und des Terrors in Israel.

Auch in der Kiebitz-Region finden dazu zahlreiche Veranstaltungen statt – unter anderem an Hitzackers Ehrenhain am Dr.-Helmut-Meyer-Weg, wo sich um 11.30 Uhr Delegationen von Gilde, Ortsfeuerwehr, Schiffern und von der TSV Hitzacker treffen, um Kränze niederzulegen. Holger Mertins hält als Bürgermeister eine Ansprache; der von Klaudia Gade geleitete Chor übernimmt die musikalische Umrahmung. Anschließend kehrt man in den nahe liegenden Gilde-Schießstand ein, wo man sich bereits vorab um 10.45 Uhr sammelt.

Hitzackers Gilde von 1395 wird zukünftig dauerhaft die Feier des Volkstrauertages in Hitzacker nahe dem Wildgatter übernehmen, da sich der vormals betreuende Verein aufgelöst hat. Gleichsam haben sich schon vor einigen Wochen zwei prominente Gildemitglieder um den Ehrenhain verdient gemacht: Michael Schulz, Obergildemeister und amtierender König, sowie sein Cousin Heiko Schulz, Kommandeur der Gilde, rückten mit Putzutensilien an und reinigten die dort aufgestellten 195 Findlinge, die allesamt an Gefallene des Ersten Weltkriegs erinnern. Witterungsbedingt waren die Inschriften kaum noch zu lesen. „Die Steine wurden zunächst freigeschnitten, dann mit Hochdruck gereinigt und zum großen Teil neu beschriftet, wobei der Rasierschaumtrick zum Einsatz kam“, informiert Michael Schulz. Der Schaum werde auf den Grabstein gesprüht, dann plan abgeschabt. Der in den Gravuren verbleibende Rest besteht so lange, dass man den Grabstein für die Dokumentation fotografieren und entsprechend nachzeichnen kann. Wie Gildemeister Henning Fredersdorf mitteilte, werde die Gilde im Bedarfsfall einen neuerlichen Pflegeinsatz koordinieren.

Avatar-Foto

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert