Göpelhaus folgt Trendidee

Erstes „Wohnmobil-Dinner“ in Neu Darchau

rs Neu Darchau. Man kann als Gastronom wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie derzeit in Lethargie versinken – oder man zeigt sich, sofern man die Möglichkeiten hat, erfinderisch. Max Johann Schulze, der jüngst das Neu Darchauer Göpelhaus übernahm, hat diese und auch den Ansporn, das Traditionshaus aus seinem Dornröschenschlaf wach zu küssen. Doch einfach ins Restaurant an Neu Darchaus Hafen zu gehen und sich zu verwöhnen lassen – das ist im Shutdown nicht möglich. Oder doch? Zumindest ein bisschen – und zwar, wenn man einen Camper oder Wohnwagen hat. „Wohnmobil-Dinner“ heißt der neue Trend, den bundesweit mittlerweile über 1000 Gastronomen mitgehen – in Lüchow-Dannenberg seit Freitag eben der 29-jährige, mehrfach ausgezeichnete Koch und Hotel-Betriebswirt.

Etabliert wurde die Idee über eine Facebook-Gruppe, deren Ziel es ist, die Gastronomie in Zeiten von Corona zu unterstützen – unter Einhaltung aller Verordnungen, Hygienevorschriften und Regeln. Mittlerweile gibt es eine informative Homepage (www.womo-explorer.de), auf der Schulzes Angebot zu finden ist.

Darauf wirbt der Junggastronom, der nur wenige Kilometer stromaufwärts seit 2016 auch das Elbdorado betreibt, wie folgt: „Wir kochen für Sie und servieren Ihnen das Dinner an Ihrem Wohnmobil – auf Porzellan-Tellern, mit gutem Besteck und mit Getränken aus richtigen Gläsern. So können Sie in den eigenen mobilen vier Wänden ein Abendessen fast wie im Restaurant genießen.

Von unserem großen Parkplatz haben Sie außerdem eine wunderschöne Aussicht auf den Fährhafen und die Elbe.“ Regeln für den ungewöhnlichen Genuss finden sich im untenstehenden Kasten. „Mit großen Umsätzen rechne ich nicht, aber einen Versuch ist es wert“, bekennt Max Johann Schulze, der freitags und sonnabends von 17 bis 21 Uhr nachtelefonischer Voranmeldung unter (01 75) 9 27 16 18 das „Wohnmobil-Dinner“ offeriert – auf eigens dafür gekennzeichneten Stellplätzen. „Kontaktfrei, aber mit Leidenschaft“, unterstreicht Schulze, der bewusst eine kleine Karte bereithält, die aber eine Vielfalt an regionalen Spezialitäten aufreist – etwa Forellen aus Darzau, hausgemachte Rinderrouladen oder Brot aus Amt Neuhaus. Die ersten Gäste am Freitag waren auf jeden Fall zufrieden.

So läuft das „Wohnmobil-Dinner“ ab

Kleine Regelkunde

  • Bestellung von Essen/geschlossenen Getränken telefonisch, vor Ort unter Einhaltung aller Hygieneregeln.
  • Zum Schutz der Umwelt durch Müllvermeidung wird das Essen auf Geschirr angerichtet.
  • Das Essen wird dann kontaktfrei vor das Wohnmobil geliefert.
  • Es werden keine offenen Getränke geliefert, nur geschlossene Flaschen.
  • Die Kunden verlassen das Wohnmobil nicht zum Essen; es entsteht kein Kontakt.
  • Nach dem Verzehr stellen die Kunden die Box vor das Wohnmobil.
  • Die teilnehmenden Wohnmobile sind autark, es bedarf keiner Öffnung der Toiletten/Waschräume.
  • Nach Verzehr verlassen die Wohnmobile das Gelände wieder.
  • Die Bezahlung erfolgt möglichst kontaktlos per EC-Karte.

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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