„Heute kommen die echt Interessierten“

Besuch auf der Gewerbeschau Wustrow – der Ersten seit vier Jahren

bv Wustrow. Ewald Meyer hat gut lachen. Er braucht ihn noch nicht – aber er informiert sich sicherheitshalber schon einmal. Denn nächstes Jahr, da braucht er ihn: einen neuen Ofen.

Am Stand der Lüchower ­Firma Ofenspeicher Jagow, im Zelt auf der Gewerbeschau Wustrow, treffen wir am Sonnabend auf den bekannten Lüchow-Dannenberger, der sich von Marga Jagow beraten lässt. Die seufzt: „Wir haben im Moment tatsächlich Lieferschwierigkeiten, aber im kommenden Jahr sieht es schon wieder viel besser aus.“

Meyer warnt vor Käufen im Internet, „am besten noch per Vorkasse“: Da passiere viel Schindluder. Dann doch lieber zum lokalen Fachmann.

Genau für solche Informationen ist die Gewerbeschau gedacht. Schön, was nebenher passiert: in Ruhe schlendern, Bekannte und Freunde treffen, zwanglos ein paar Stunden genießen und dabei schauen, was es so Neues gibt. Im Automobilsektor beispielsweise jede Menge, wie an den Ständen von mehreren Anbietern zu erleben ist: Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch, aber auch schicke Verbrenner gibt es immer noch. Im Außenbereich zeigt Landmaschinenhändler Eggers die ganze Bandbreite der Landtechnik sowie der modernen Fahrzeugpalette – vom Aufsitzmäher bis zum gewaltigen laufbandbetriebenen Mähdrescher.

Am Eingang des großen ­Zeltes geballter Charme: Die ­Friseurinnen vom Salon Böhnsch verteilen Gutscheine. Eine Werbeaktion, die sich auf der letzten Ge­werbeschau – sie fand tatsächlich 2018 statt – bestens bewährt habe, wie der Chef berichtet. Matthias Böhnsch hält sich im Hintergrund, er sitzt auf einer massiven handgefertigten Holzbank, einem Hauptpreis der Tombola. „Hoffentlich gewinnt die jetzt keiner“, lacht Böhnsch. Die „Leistungsschau von Handel, Handwerk und Gewerbe“, wie die Schau im Untertitel heißt, fand zum ersten Mal im August statt. ­Eigentlich war es nämlich die Intention des Ideengebers Werner Steinke, dem vieljährigen Vorsitzenden der IHHG, dass die Gewerbeschau immer die erste Veranstaltung im Jahreskalender sein sollte – noch vor den ersten Märkten, immer zwei Wochen vor Ostern. Und es war eine Erfolgsgeschichte: Stetig war die Gewerbeschau Wustrow gewachsen, im Zweijahresrhythmus wurden mehr Aussteller und Besucher gezählt – bis zu der Zäsur durch Corona. Aber Böhnsch ist auch in diesem Jahr zufrieden: „Am Sonnabend kommen nicht die Gucker, sondern die, die echtes Interesse haben“, betont der Unternehmer. Etwa Menschen, die sich vor dem Kauf eines neuen E-Bikes in Ruhe informieren wollen. Am Stand von Triebe gibt es sie – und nebenan, am Stand von SCM Solar, sogar Solarpaneele zur Stromgewinnung auf dem ­eigenen Dach. „Wir haben rechtzeitig eingekauft und können noch liefern“, betont Mitarbeiter Axel Wittmer-­Eigenbrodt. ­Vielerorts sei es inzwischen schwierig geworden, eine ­Solar-PV-Anlage zu beziehen. ↔Seite 13

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