Kreative Ideen in der Krise

Weihnachten beim Feuerwehrnachwuchs

hbi Regional. Der Dezember ist allgemein eng mit Freude, strahlenden Kinderaugen und vielen gemeinsamen Aktionen verbunden. Besonders in den Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren bekommt das Thema Kameradschaft im Dezember eine große Bedeutung: Weihnachtsfeiern werden ausgerichtet, der Nikolaus kommt vorbei und beschert Klein und Groß – doch in diesem Jahr war alles anders. Alles? Der Kiebitz hat mal genauer hingeschaut und das ein oder andere Weihnachtswunder entdeckt:

In vielen Jugendfeuerwehren und Floriangruppen ruht der Dienstbetrieb seit März dieses Jahres. Von der Möglichkeit, die Treffen unter strengenAuflagen im September wieder aufzunehmen, haben nicht alle Gebrauch gemacht und wenn, dann war das alles nach wenigen Wochen wieder vorbei. Ein hochsensibles Thema, denn kaum einerverstand es: Die Sportvereine luden im Sommer wiederfleißig ein, aber bei den Feuerwehren blieben die Kinder und Jugendlichen zu Hause. Dass die Betreuer aber als systemrelevante Einsatzkräfte besonders geschützt werden mussten, hatten die Wenigsten bedacht.

Es ist schwer, in dieser Zeit, den Nachwuchs aus der Ferne „bei der Stange“ zu halten, ihnen dennoch – wie in jedem Jahr – eine kleine Überraschung in der Vorweihnachtszeit zukommen zulassen. Dass das aber nicht unmöglich ist, zeigen Beispiele: Zahlreiche Feuerwehren schickten den Nikolaus kurzerhand bei den Kindern zu Hause vorbei. Dort konnten mit Abstand kleine Überraschungen übergeben oder einfach vor die Tür gestellt werden. In Trebel etwa hat es der Nikolaus zeitlich gar nicht einrichten können und so den Ortsbrandmeister und dessen Stellvertreter um Amtshilfe gebeten. In Wustrow und Jameln machten sich die Jugendwarte zu ihren Schützlingen auf und brachten Leckereien und andere Überraschungen an die Haustür. In Lüchow kam dann der Nikolaus höchstpersönlich – aus luftiger Höher, wie man ihn kennt. Die Präsente für die Kinder der Floriangruppe seilte der Nikolaus aus dem Korb der Drehleiter ab.

Gefreut haben sich auch die Jugendlichen aus Splietau. Als Erinnerung an das jüngste Zeltlager wurde ein Adventskalender bedruckt und an die Nachwuchsbrandschützer verteilt. Dabei kamen auch Schuhkartons zum Einsatz – das Geheimnis war schnell gelüftet: In den Schuhkartons befand sich die schriftliche Aufforderung, diesen Karton für ein anderes Jugendfeuerwehrmitglied zu befüllen – Julklapp auf Distanz. Die Jugendwarte sammelten die gefüllten Schuhkartons ein und teilten diese an Heiligabend aus – für jedes Kind wurde noch eine warme Mütze dazu gepackt. Die Freude war groß. Besonders kreativ zeigte man sich bei der Jugendfeuerwehr Damnatz: Einen weihnachtlichen Gruß an alle Bürger sendet dort eine beleuchtete Weihnachtstafel am Feuerwehrgerätehaus.

Aber wie soll man über einen längeren Zeitraum den Kontakt zu den Jugendlichen aufrechterhalten, damit sie der Feuerwehr weiterhin die Treue halten? Auch dafür hatte man in Damnatz eine

Lösung: Kurzerhand wurde die WhatsApp-Gruppe der Jugendfeuerwehr in einen Adventskalender umfunktioniert. Jeden Tag schickte ein anderes Kind digitale Grüße in die Gruppe. „Was recht schleppend anfing, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem kreativen Spielplatz entwickelt“, berichtete Jugendwartin Astrid Burmester. „Die Kinder fotografierten eigene Bilder, Weihnachtsgedichte und auch selbst dargebotene Weihnachtslieder zauberten vielen ein Lächeln ins Gesicht in dieser schweren Zeit. Neben Basteltipps, Rätseln, Rezepten und Witzen gab es auch einfach nette Worte oder Grüße. Eine sehr schöne stimmungsvolle Aktion, die trotz Corona und eben ohne Kontakt den Teamgeist am Leben hielt. Für die Kinder der Floriangruppe war ein Weihnachtsbaum am Feuerwehrhaus mit Schokokugeln präpariert. Jedes Kind durfte sich bedienen, musste aber im Tausch anderen Baumschmuck hinterlassen. Mittlerweile ist die Schokolade weg und echte Christbaumkugeln, Sterne und andere Dekorationen schmücken den Weihnachtsbaum.

Diese Beispiele zeigen, dass Weihnachten mit Corona sicher anders, aber nicht zwingend schlechter war. Es hat gezeigt, dass man auch in schweren Zeiten – trotz Abstand – zusammenrücken kann. Die Freiwillige Feuerwehr für Lüchow-Dannenberg wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern einen guten Rutsch ins neue Jahr – bleiben Sie gesund.

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