Prämierung als Schlussakkord

Dömitz: Junge hört auf – Aktion geht weiter

rs Dömitz. „Eine Stadt blüht auf in Rot und Weiß“ – unter diesem Motto war die Dömitzerin Brunhild Junge 2018 als Privatperson angetreten, ihre Heimatstadt floral auszugestalten – auch, weil sich die Kommune wegen knapper Kassen dazu nicht in der Lage sah. Mit Fleiß, Energie und Hartnäckigkeit trieb Junge das Projekt, für das sie Förderer fand, voran. Blühinseln entstanden seitdem unter ihrer Ägide an der Festung, an der Torstraße, an der Johanneskirche und an der Ampelspinnne an der B 191. Ein sehenswertes Exposé gestalterischer Möglichkeiten schuf die heute 72-jährige Pensionärin am Slüterplatz mit ihrem Monet-Garten – ein kleines innerstädtisches Refugium für Blumen, Pflanzen und Insekten mit Anleihen des französischen Impressionisten. Diese Fläche, die sich in Privatbesitz befindet, existiert leider nicht mehr.

Zusätzlich nahm sich Brunhild Junge 2019 einer verwaisten Fläche nahe dem heutigen Penny-Markt an, einst niedergetrampelter Trockenrasen. Am 11.11. fand dort der erste Spatenstich statt. Das Ziel: die Schaffung eines Bienenlehrgartens, welches vom Landesforstamt Malchin unterstützt wurde. Für das beispielgebende Umweltschutzprojekt wurde ein Kooperationsvertrag zwischen Stadt, Schule und Brunhild Junge aufgesetzt. Grundschulkinder beteiligten sich an den dortigen Pflanzungen, konnten in der Praxis das nachvollziehen, was Junge ihnen im Rahmen eines Umweltkurses theoretisch vermittelte. Am Sonnabend erhielt der Bienenlehrgarten offiziell die Plakette „Natur im Garten MV“. Im Vorfeld war Manuela Salchow seitens des Projekts, das vom Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“ getragen wird, nach Dömitz angereist und hatte akribisch den Bienenlehrgarten nach 72 ökologischen Parametern bewertet. Etwa: Unterbleibt der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und Torf? Gibt es Nützlingsunterkünfte? Wird Wildwuchs zugelassen? Existieren blühende Blumen und Stauden? Über 1000 Gärten in MV sind mittlerweile mit der Plakette ausgezeichnet.

Die Preisverleihung stellt quasi den Schlussakkord von Junges Schaffen bei „Eine Stadt blüht auf“ dar. Gesundheitliche Gründe zwingen sie dazu, aufzuhören. Verantwortlich für die Pflege sind nun die Mitarbeiter des Bauhofes, welche in der Vergangenheit schon häufig bewiesen, dass sie einen „grünen Daumen“ haben. „Ich bin sehr stolz, dass der Bienenlehrgarten seit sieben Monaten ohne zusätzliches Wasser prächtig gewachsen ist“, bekannte Junge, die hofft, „dass das Blühen erhalten bleibt und an verschiedenen Stellen noch erweitert wird“. Sie dankt allen Unterstützern.

Übrigens: Ab dem 1. September zeigen einige Kinder des Umweltkurses im Verwaltungsgebäude des Amtes Dömitz-Malliß eine Ausstellung zum Klimawandel.

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