Sommer, Sonne, Ferien und Corona

Dieses Jahr ist alles anders. Man macht Urlaub im eigenen Land – mit Folgen

rs Regional. „Ooh, willkommen, willkommen, willkommen, Sonnenschein“, klang es 2003 wochenlang aus dem Radio. Zu einem Trip „Ab in den Süden“, „der Sonnen hinterher“ wollte Buddy alias Sebastian Erl das Auditorium mitnehmen. 17 Jahre später stellt sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie für die Bewohner der Kiebitz-Region in einem ganz anderen Zusammenhang ebenfalls die Frage: „Ey-yo, was geht?“ Antwort: Kaum etwas in Richtung Süden – also südlich der Alpen. Zu unsicher ist vielen die Lage in den klassischen Urlaubsländern Spanien, Italien, Griechenland und Türkei. Allein das Studieren der häufig wechselnden örtlichen Hygienemaßnahmen ist manchem zu viel. „Bin gerade aus Palma wieder hier, freue mich, zurück zu sein. Dort muss man den Mund-Nasen-Schutz auch im Freien tragen – egal, ob jemand in der Nähe ist oder nicht“ berichtete am Sonntag der Hitzackeraner Michael Kölln. Weitere haben schlichtweg ihren Urlaub wegen der anhaltenden Pandemie verbraucht oder sind in Kurzarbeit. Nun fehlt obendrein das nötige Kleingeld. Man bleibt also zu Hause. Das Wetter passt derzeit auch. Wärmer ist’s auf Kreta auch kaum. Um die 30 Grad Celsius soll es bis zum Wochenende bleiben. Da kam das Gewitter mit seiner kurzen Abkühlung am Dienstagnachmittag sogar sehr willkommen.

Nun ist es aber so, das die Vorsilbe Pan in Pandemie für umfassend steht, gemeint ist länder- oder gar kontinentübergreifend. Die Folge: Auch andere Bundesbürger bleiben daheim beziehungsweise in Deutschland. Die Bayerischen Alpen und die Ostsee stehen hoch im Kurs, sind mittlerweile überlaufen und somit in Folge des Gesetzes von Angebot und Nachfrage überteuert. Ein Kurztrip nach Dänemark scheidet zudem aus, da man einen Buchungsbeleg über mindestens sechs Tage vorweisen muss. Auch ein Abstecher an die Ostsee Mecklenburg-Vorpommerns ist verboten.

Was bleibt? Man erkundet Regionen, die bislang nicht so im Fokus waren – etwa Lüchow-Dannenberg, wo die Corona-Fallzahlen niedrig wie die Bevölkerungdichte sind, wo infrastrukturell alles geboten wird, was man für einen erholsamen Urlaub benötigt.

Was für die regionale Tourismus- und Gastronomiebranche und selbst für den Einzelhandel einen Segen darstellt, stößt anderen bitter auf: „Überall Kennzeichen mit HH, H und vielfach aus NRW. Wir kommen selbst nicht rein“, beschwerte sich ein Dannenberger Familienvater am Sonntag etwa vor dem Freibad, wo er in einer Schlange stand.

Fortsetzung

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