Kein gutes Jahr für die Nachtvögel

Eulenfest in Schletau mit Infos – Zu wenig Mäuse für Populationsanstieg

bm Schletau. Die bei uns heimische, etwa 34 Zentimeter große Schleiereule (Tyto alba) lebt in Kirchtürmen, Scheunen und Ruinen. Typisch für alle elf Arten aus der Familie der Schleiereulen ist der herzförmige Federkranz um die Augen, der Gesichtsschleier. Das Wohlergehen dieses Vogels steht und fällt mit der Populationsstärke der Hauptnahrungstiere, der Feld- oder Wühlmaus. Für ihre Nahrungssuche braucht sie unter anderem strukturreiches Offenland mit Brachflächen, am besten in Siedlungsnähe – wie etwa auf dem Hof von Jürgen und Gabriele Zimmermann in Schletau, die über mehrere Jahre Schleiereulen in ihren Nistkästen beherbergten.

„Mit ihrer Streuobstwiese und den umliegenden Wiesen haben sie einen geradezu idealen Standort“, erläuterte Avifaunist Horst Schuster den Gästen im Rahmen des Eulenfests, welches am Donnerstag bei Familie Zimmermann stattfand. Dabei lieferte der leidenschaftliche Naturkundler einen Überblick über die Aktivitäten, die coronabedingt „etwas vernachlässigt“ worden seien, wie er berichtete. Immerhin sei das Projekt, welches den Bau von Nistkästen unterstützt und das bereits 2014 initiiert worden ist, sehr erfolgreich gelaufen, denn insgesamt habe man 50 Nistkästen im ganzen Kreisgebiet in Scheunen und auch in ehemaligen Transformatorhäuschen angebracht. Und im Jahr 2019 habe es insgesamt 80 Jungvögel gegeben. „Dieses Jahr ist kein gutes Jahr für die Eule, weil es zu wenig Mäuse gibt“, informierte der Vorsitzende der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Hans-Jürgen Kelm, der ebenso zu Gast war wie Hermann Feuchter, der über Eulen und Käuze referierte.

Übrigens: In vielen Gebieten Deutschlands haben Schutzmaßnahmen, insbesondere das Anbringen von Nistkästen, zu einer Erholung der Bestände geführt. Die Bestandszahlen der 1950er-Jahre sind jedoch noch nicht wieder erreicht.

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