Mit Spaß enorm viel gelernt

Dritte Zirkuswoche in Dannenbergs Reitschule

rs Dannenberg. Die Zirkuswelt übt eine besondere Anziehungskraft auf Kinder aus. Im Zirkus darf gelacht und über die Talente der Artisten gestaunt werden. Dieses bunte Treiben fasziniert insbeson­dere Kinder. Vor diesem Hintergrund gestalten Christian Willam und Nanette Kaiser in der Dannenberger Reitschule seit 2020 jährlich Ende Juli eine Zirkuswoche für Kinder. 37 Kinder und Heranwachsende zwischen 6 und 13 Jahren nutzten das Angebot, das darauf zielt, sich aktiv und überwiegend selbstbestimmt mit der eigenen Umwelt auseinandersetzen, Erlebnisse zu erzeugen, die die Persönlichkeit fördern. Quasi nebenbei lernten die Kids Kommunikation, Verantwortungsbewusstsein, Konzentration, Verständnis und Empfindungsvermögen für sich, die Teilnehmer und Anleitenden sowie für die Tiere. Und letztlich wurde bei dem bunten Miteinander, bei dem der Umgang mit ­Tieren eine wesentliche Rolle spielte, auch die Fantasie ­beflügelt.

„Streng genommen veranstalten wir eine Jugendfreizeit mit Kindern unterschiedlichen Alters, die gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, aber bei der ganz klar der Spaß im Vordergrund steht“, informierte Willam, der, aufbauend auf einem ehemaligen Zeltlager der Reitschule, die Idee ersann, etwas für Kids zu gestalten, das keinen Wettbewerbs- oder Leistungsgedanken verfolgt. „Und Kinderzirkus funktioniert nur miteinander!“ Die abschließende Aufführung stehe für sich und sei ­etwas ganz Besonderes. ­Davon konnten sich am ­Freitag über 100 Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde bei einem guten ­Dutzend Programmpunkten überzeugen. Zu erleben war Akrobatik, Equilibristik und der Umgang mit Pferd, Esel und Hund. Was in dieser rund anderthalbstündigen Momentaufnahme für den Besucher kaum zu sehen war, war die körperliche und soziale Entwicklung, die die Jungen und Mädchen während der Woche erlebt hatten: Körpererfahrung erhielten sie etwa an Seil, Slackline, Diabolos, mit ­Jongliertüchern und auf von der Karwitzerin Susanne ­Hannemann gestifteten großen Balancierkugeln. Durch Partner- und Gruppenarbeit, die durch eine Reitlehrerin, eine Pädagogin und in Jugendarbeit geschulte Jugendliche und Erwachsene angeleitet wurde (insgesamt ein gutes Dutzend), wurde die soziale Handlungskom­petenz gestärkt. Überdies galt das Teamer-Teilnehmer-Prinzip, das heißt: Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ­Vorerfahrung hatten, wurden in die Struktur einbezogen – etwa bei der Vermittlung von Inhalten sowie beim täglichen Abschluss­gespräch. „Wir wollten nicht lediglich Talente trainieren, sondern auch neue entdecken“, erläuterte Willam. ­Daher habe man zwar fünf Gruppen eröffnet, die zwei Talente zum Inhalt hatten, die aber eine gewisse Durchlässigkeit aufwiesen. Die Ergebnisse seien erstaunlich gewesen.

Darüberhinaus wurden Ex­terne hinzugezogen: Ein ­Profi-Lassowerfer zeigte Tricks; ein Voltigiertrainer übte mit den Kids; das DRK stellte einen Rettungswagen vor; der Abschlusstanz wurde eingeübt. Und eine Profi-Jonglage-Truppe trat auf und er­läuterte Kniffe.

Natürlich habe es Aufs und Abs gegeben. Aber man sei mit den fünf Tagen „superzufrieden“, auch, weil sich die Kids enorm engagiert zeigten – sogar bei den Umbauten.

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