Pflegestellen für Stubentiger gesucht

Tierfreunde Wendland sucht Helfer: Wer hat Lust, Katzeneltern auf Zeit zu werden?

bv Gielau/Dannenberg. Birte Kuczka hat ein Häuschen im Grünen und mehrere Katzen. Für die Tierarzthelferin war es nicht weiter schwierig, eine „Pflegekatze“ aufzunehmen. Kuczka ist Teil des Teams der Tierfreunde Wendland, einer privaten Tierschutzorganisa­tion mit Sitz in Gielau. Deren Aufnahmekapazitäten sind logischerweise begrenzt. „Deswegen ist eine Zusammenarbeit mit ‚Katzeneltern auf Zeit‘ für uns als Hilfsorganisation besonders wichtig“, erklärt Suse Hasani, Vorsitzende der Vereins. „Wir suchen Menschen, die bereit sind, Fundkatzen eine Weile aufzunehmen, bis diese vermittelt werden konnten.“

Dies erhöhe die Vermittlungschancen für die Tiere enorm. „Als Pflegestelle hat man nämlich die Möglichkeit, individuell auf die Pflegekatze einzugehen und sich mit ihr zu beschäftigen. Manche Katzen brauchen anfangs viel Unterstützung. Etwa scheue oder traumatisierte Katzen. Auch Kitten sind auf viel Zuwendung und Pflege angewiesen.“

Frage: Was sind die Aufgaben von „Pflegeeltern“? „Als Pflegestelle für eine Katze ist man wichtiges Bindeglied zwischen uns und der Vermittlung ins neue Zuhause. Man erlebt die Katze direkt und kann eine Einschätzung über ihr Wesen geben. Für die Vermittlung ist es nützlich, wenn möglichst viel über sie bekannt ist. So können die passenden Familien für die Vierbeiner gefunden werden – und das Risiko von Rückgaben sinkt.“

Die Aufgabe der Pflegestelle ist es vor allem, sich zuverlässig um den Schützling zu kümmern. Neben der alltäglichen Versorgung kann mehr Pflege nötig sein, etwa, wenn die Katze frisch kastriert wurde. Auch die Sozialisierung der Tiere gehört zu den Aufgaben. Um die Chancen auf Vermittlung zu erhöhen, sollte die Katze an den Alltag in einem Haushalt gewöhnt werden. Gerade das Eingewöhnen von Streunerkatzen oder Kitten können erfahrene Pflegestellen gut leisten.

Welche Voraussetzungen benötigt man? „Es gelten ähnliche Kriterien wie bei der Vermittlung. Die Eignung wird durch uns überprüft. Wenn alles passen sollte, schauen wir individuell, für welche Katze man geeignet wäre. Bedingungen sind passende Wohnsituation, genug Platz, Erlaubnis zur Katzenhaltung, Erfahrung im Umgang mit Katzen und Zeit, die Pflegekatze zu betreuen. Kinder sollten einen verantwortungsvollen Umgang mit Katzen kennen. Wer bereits ein Tier hält, sollte die Möglichkeit für eine räumliche Trennung haben. So kann ohne Druck auf die Bedürfnisse aller Lebewesen im Haushalt eingegangen werden.“

Frage an Birte Kuczka: Was hat Sie bewogen, Pflegestelle für Katzen zu werden? „Da ich Katzen eh über alles liebe, ist es schön, sie auf ein Leben vorzubereiten, wo sie es gut haben. Manche Katzen hatten ja noch nie ein Zuhause. Und da bringe ich ihnen nahe, wie nett Menschen sein können. Sich in das Tier zu verlieben, kann auch passieren – aber meist kann ich sie ziehen lassen“.

Und – wer trägt die Kosten für die Pflegekatze? Hasani: „Wir bringen die Katze und stellen, falls benötigt Katzentoilette, Katzenstreu und Transportbox. Tierarztbesuche müssen abgesprochen werden. Futter stellt die Pflegestelle in der Regel selbst.“ Und wie lange bleibt eine Pflegekatze? „Im besten Fall bis zur Vermittlung“, betont Hasani. Wer sich bewerben möchte oder Infos benötigt, kann sich bei den Tierfreunden Wendland melden: Info-Tel. (0 17 2) 87 45 426.

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Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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