Bewegungswochenende zum Welt-Down-Syndrom-Tag

Jeder einzelne Meter zählt

bm Naulitz. Piri Kiiski steht in ihrer Reithalle in Naulitz, während ihre Reitschülerinnen und Reitschüler auf den Ponys um sie herumreiten und ihren Anweisungenfolgen. Plötzlich wendet Juli ihr Pony in die Mitte, steigtab und legt sich zwischendie auf dem Boden liegenden Stangen. Einfach so. DieReitlehrerin lässt sie gewähren. „Sie wird wieder aufstehen und weiterreiten, wenn ihr danach ist“, erklärt die ausgebildete Reittherapeutin. Das sei nicht ungewönhlich, denn Juli leidet an FASD, dem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom, das durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entstehen kann. „Diesen Kindern fällt es unter anderem schwer, sich an Regeln zu halten“, erklärt Pflegevater und FASD-Berater Heiko Müller-Ripke das Verhalten von Juli. Auch Balanceprobleme würden zu den häufigeren Symptomen zählen. Daher sei das Reiten auch ein idealer Sport für diese Kinder. Müller-Ripke hat vier Pflegekinder, die alle an dieserBeeinträchtigung leiden.Mit ihnen kommt er mehrmals die Woche nach Naulitz, damit sie reiten, helfen und sich mit den Ponys beschäftigen können.

Um über diese Erkrankung zu informieren und ein besseres Verständnis zu schaffen, haben Verena Klipp und Anke Gritke vom RFV Wendland den morgigen „Welt-Down-Syndrom-Tag“ zum Anlassgenommen, um unter demMotto „Down Syndrommeets FASD“ ein Bewegungswochenende zu initiieren, welches morgen mit einer Infoveranstaltung aufdem Lüchower Marktplatzab 10 Uhr beginnt. Dabei klären die Beteiligten über beide Beeinträchtigungenauf.

„Es ist bereits die zweite Veranstaltung dieser Art“, erklärt Anke Gritke, deren Sohn Oskar mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. „Der Unterschied zwischen beiden Beeinträchtigungen besteht darin, dass man es bei Oskar sofort sieht, während man es den FASD-geschädigten Kindern auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Für diese Kinder ist die Akzeptanz dadurch deutlich erschwerter“, erläutert Gritke.

Von morgen bis Sonntag, dem 23. März, hat dann jeder, der mitmachen möchte, die Möglichkeit, Kilometer zu sammeln. „Egal, ob man Rad fährt, reitet, schwimmt, spazieren geht, inline-skatet oder läuft – es zählt jeder Meter“, erklärt Anke Gritke. Zusätzlich werden Buttons verkauft, aus deren Erlös Spielgeräte für den Spielplatz im Wustrower Fehl angeschafft werden sollen. Am letzten Tag können auf dem Reitplatz im Fehl weitere Kilometer gesammelt werden. Zusätzlich gibt es Kinderschminken, eine Hüpfburg sowie Kaffee und Kuchen, versprechen die Initiatorinnen. Weitere Infos gibt es unter www.rfv-wendland.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert