Drei Orte, aber ein Ziel

Wehr von Laase, Pretzetze und Grippel richtet Wettkämpfe aus

rs Laase. Wer am kommenden Wochenende zum Samtgemeinde-Feuerwehrtag nach Laase fährt, dem werden dort etliche Fahrzeuge auffallen, die – meist am Heck – das Logo „LPG“ tragen. Dies steht nicht etwa für „Liquified Petroleum Gas“ oder „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“, sondern für die drei an der L156 wie an einer Perlenschnur hintereinander aufgereihten Orte Laase, Pretzetze und Grippel und versinnbildlicht das Gemeinschaftsgefühl der dort lebenden Bürgerinnen und Bürger, welches von der gemeinsam gestellten Feuerwehr nach außen hin gelebt wird und dort auch kulminiert. Gegründet wurde die Wehr, die seit 2017 von Ortsbrandmeister Horst Bade geleitet wird, 1911. Vormals stellten alle drei Orte eigene Wehren. Neben dem Samtgemeinde-Feuerwehrtag, an dem voraussichtlich 15 Floriangruppen, acht Jugendfeuerwehren und 23 aktive Wehren aus der Elbtalaue und darüber hinaus teilnehmen, wird somit am Wochenende auch der 111. Geburtstag der „LPG“ gefeiert.

„Ursprünglich wollten wir diese Wettkämpfe zum 112. Geburtstag, wegen der für alle Feuerwehren signifikanten Zahl, ausrichten“, informiert Bade, aber 2023 besteht Groß Heides Wehr 120 Jahre, daher habe man gern der von Henning Peters angeführten Truppe den Vorrang gelassen. Erfahrung im Ausrichten solcher Großereignisse hat man in Laase, wo sich der großzügige Wettkampfplatz befindet, bereits. Und man möchte sich dem Publikum besser präsentieren als zum 100-Jährigen 2011. Organisation und Durchführung waren zwar vorbildlich, jedoch spielte seinerzeit das Wetter nicht mit.

42 aktive Mitglieder – darunter viele weibliche – sowie neun in der Altersabteilung zählt die Feuerwehr Laase-Pretzetze-Grippel derzeit. Prägende Einsätze der jüngsten Vergangenheit waren die Elbhochwasser 2002, 2006 und 2013. Bei Letzterem ließ der damalige Ortsbrandmeister Jörg Zipoll auf dem Gelände seiner Biogasanlage eine Sandsackfüllstation errichten. Der 58-jährige Bade, der seit 2007 stellvertretender Ortsbrandmeister war, erinnert sich: „ Dieses Hochwasser war eine besondere Situation, die uns noch enger zusammenschweißte. Im Gasthaus war eine Leitstelle eingerichtet, die 24 Stunden am Tag besetzt war.“ Insgesamt zähle man vergleichsweise wenig Einsätze, konzentriere sich auf den präventiven Brandschutz, sei aber stets einsatzbereit, ein zuverlässiger Helfer.

Schon vor dem letzten großen Elbhochwasser zeigten die Männer und Frauen der „LPG“, dass sie anpacken können: Nachdem das alte abgerissen war, wurde überwiegend in Eigenleistung ein neues Feuerwehrgerätehaus erstellt. 2010 war der Bau im Wesentlichen fertig, zur 100-Jahr-Feier wurde er eingeweiht. Bauträger war der Förderverein der Wehr, in dem rund 100 der etwa 180 Bürgerinnen und Bürger der drei Orte Mitglied sind – also über die Hälfte! In dem Feuerwehrgerätehaus ist auch das „LPG“-Fahrzeug untergebracht: ein TSF, ein VWCrafter mit besonderem Aufbau.

Für die anstehenden Wettkämpfe, die im Wesentlichen Bade mit seinem Stellvertreter Marius Klan organisiert hat, hat das Team um Gruppenführer Stefan Harms gut trainiert, informiert Bade. Zwar habe man in der Vergangenheit keine Topplatzierungen erreichen können, sei aber bei allen Wettkämpfen am Start gewesen. Beim Kuppel-Cup 2019 habe man sogar gleich drei Teams gestellt – auch, weil man dort 2017 Zweiter geworden war.

Übrigens: Wer sich von dem großen Zusammenhalt innerhalb der drei Orte nahe der Elbe ein Bild machen möchte, der kommt am 8. Oktober zum Oktoberfest.

Den Auftakt des Samtgemeinde-Feuerwehrtages der Elbtalaue bestreitet am Sonnabend, dem 25. Juni, der Nachwuchs. Um 10 Uhr treffen die Floriangruppen und Jugendfeuerwehren ein. Um 11 Uhr ist Start, wobei wegen des gleichzeitig stattfindenden Landesentscheides zahlreiche Jugendwehren fehlen werden. Für die Kids gibt es unter anderem einem Buddelberg und eine Hüpfburg.

Tags darauf, am 26. Juni, gehen die Aktiven an den Start. Um 10.30 wird die Startfolge festgelegt. Um 11 Uhr beginnt der mehrteilige Löschangriff, der wie in Luckau und Gartow einen Funkteil beinhaltet. Zur Erinnerung: Das Reglement wurde 2018 umgestaltet. Im Anschluss findet die Siegerehrung statt. Von 13 bis 16 Uhr spielt der Kreisfeuerwehrmusikzug auf. An beiden Tagen sind ein Kuchen- und ein Cocktailzelt sowie die Bierwagen geöffnet. Es gibt Eis, Bratwurst, Pommes und Fleischpfanne. Besucher und Aktive werden gebeten, den Ausschilderungen zum Wettkampfplatz zu folgen.

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