Bratsche oder Geige? Reinhard Ebus liegen beide Instrumente am Herzen.

Ein lebenslanger Begleiter

bm Woltersdorf. So richtig entscheiden kann Reinhard Ebus sich nicht: ob Geige oder Bratsche? Er spiele beides gern und „beide Instrumente liegen mir am Herzen. Die Bratsche hat einen tieferen, volleren Klang. Meine Frau mag diesen Klang besonders gern, weil er für sie weniger ‚quietschig‘ klingt als die Geige“, erzählt er schmunzelnd. Reinhard Ebus begleitet die Musik bereits seit seiner Kindheit. Mit acht Jahren begann der gebürtige Viersener Geige zu lernen und erhielt bis zum Abitur klassischen Geigenunterricht. „Das war die Bedingung meines Vaters. Wer ein Instrument gewählt hatte, sollte den Unterricht bis zum Abitur durchhalten. Einfach mit zwölf Jahren aufzuhören, weil man keine Lust mehr hatte, war nicht vorgesehen.“ Überhaupt habe seine musikalische Begeisterung familiäre Wurzeln, denn seine Mutter hatte als Jugendliche fünf Jahre Klavierunterricht, sein Vater selbst spielte kein Instrument. Doch der Vater erkannte früh die Möglichkeit, seinen fünf Kindern eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Denn an der örtlichen Musikschule gab es damals eine Rabattregelung für Geschwister: Das erste Kind zahlte den vollen Preis, das zweite die Hälfte, weitere Kinder waren kostenlos. „Mein Vater konnte gut rechnen“, erzählt er lachend. Also wurden kurzerhand alle fünf Kinder an der Musikschule angemeldet.

Zur Bratsche kam er eher zufällig. „Mein Bruder hatte Bratschenunterricht und deshalb stand zu Hause bereits ein Instrument.“ Als für ein Orchesterstück ein Bratscher gebraucht wurde, sei er eingesprungen und so begann seine zweite musikalische Laufbahn. In Ensembles spielte er schon während seiner Musikschulzeit. „Für das Jugendorchester musste ich damals sogar eine Aufnahmeprüfung absolvieren“, blickt Ebus zurück. Und so habe er 1982 seine ersten Orchestererfahrungen gesammelt. Seine Leidenschaft für Musik begleitete Ebus und war auch im Berufsleben ein entscheidender Bestandteil. „Ich habe in den 80er-Jahren beim Christlichen Jugenddorfwerk gearbeitet und dort wurde ein Orchester gegründet. Dort habe ich fast 30 Jahre lang gespielt“, erzählt der 66-Jährige.

Als er 1989 nach Lüchow-Dannenberg zog, schloss er sich zügig den Öwerpetters an und spielt dort seit 27 Jahren als Geiger. „Außerdem gehörte ich fast 30 Jahre lang einem Trio an. Wir spielten Hauskonzerte und hatten kleinere Auftritte.“ Nun sei auch noch der Gesang hinzugekommen und „seit etwa eineinhalb Jahren singe ich in der Kantorei in Salzwedel und seit 15 Jahren im Kammerchor Wendland“, erzählt der Woltersdorfer. Seit vergangenem Herbst sei er zudem Konzertmeister des Sinfonieorchesters der Musikschule.

Für Ebus hat die Musik eine besondere Wirkung: „Mir gefällt am Musikmachen, dass man in die Musik eintaucht und sie dadurch in einem lebt oder wirkt. Es bedeutet für mich auch, sich auf die Musik einzulassen und sie aufzunehmen. Musik hat in diesem Zusammenhang auch eine heilende und ganzheitliche Wirkung, die sich positiv, manchmal auch entlastend auf einen auswirkt.“

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