Gruppenbild mit Schäfer: Im vergangenen Jahr posierten die frisch gekrönten Heidemajestäten vor der Pferdekutsche in der Nemitzer Heide.

Nemitzer Heideblütenfest wird 40 Jahre alt

Nemitz. Am letzten Augustwochenende wird in Nemitz gefeiert – und das gleich mehrfach: Das Heideblütenfest wird 40 Jahre alt. Ehemalige Hoheiten kehren zurück, eine neue Heidekönigin wird gekrönt und hinter den Kulissen sorgt ein großes Team dafür, dass das traditionsreiche Fest auch in seinem Jubiläumsjahr wieder Menschen aus dem Wendland und weit darüber hinaus zusammenbringt.

„Die eigentliche Überraschung ist ja immer, wer unsere neue Heideprinzessin wird – die wird nämlich im kommenden Jahr Königin“, erläutert Thorsten Hensel. Wer in diesem Jahr, zum 40-jährigen Bestehen des Nemitzer Heideblütenfestes, die Jubiläums-Heidekönigin wird, steht bereits fest: Mathilda Jacobs wird Selina Hintze auf den Thron folgen.

Doch auch wenn die Nachfolge kein Geheimnis mehr ist, gibt es beim Heideblütenfest noch genügend Überraschungen. Denn am 28. und am 30. August dreht sich an den Schafställen in der Nemitzer Heide wieder alles um die Heide, um Tradition und natürlich um das gemeinsame Feiern.

Viele ehemalige Hoheiten kommen vorbei

Das 40. Heideblütenfest soll dabei auch ein Blick zurück werden. Für Sonntagmittag, um 12 Uhr, ist ein großes Hoheitentreffen geplant. Zahlreiche ehemalige Heideköniginnen und andere frühere Hoheiten haben bereits zugesagt. „Da freuen wir uns natürlich, dass so viele kommen“, sagt Hensel. Manche seien weggezogen, zu anderen habe der Kontakt über die Jahre gefehlt. Umso schöner sei es, dass sich zum Jubiläum viele wieder auf den Weg nach Nemitz machen.

Dabei ist das Heideblütenfest längst mehr als die Krönung einer neuen Majestät. Es ist ein Fest, das nur funktioniert, weil viele Menschen aus der Gemeinde und der Umgebung mit anpacken. Allein das Organisationsteam besteht inzwischen aus einem Dutzend Personen. Dazu kommen zahlreiche Helfer aus Vereinen und der Gemeinde. „Ich bin da nicht alleine“, betont Hensel. Im Gegenteil: In diesem Jahr sei das Fest so gut aufgestellt wie lange nicht mehr.

Besonders deutlich wurde das im Vorfeld der Heidenacht am Freitagabend. Zeitweise war sogar fraglich, ob die beliebte Party überhaupt stattfinden könnte. Für die vielen Aufgaben wurden weitere Freiwillige benötigt. Also wurde in der Gemeinde nach Unterstützung gesucht – mit Erfolg. Viele Helfer meldeten sich, sodass die Heidenacht nun doch stattfinden kann. „Das ist eine Aktion der ganzen Gemeinde“, sagt Hensel.

Am Freitag, 28. August, wird der Festplatz ab 16 Uhr geöffnet. Ab 18 Uhr beginnen an den Schafställen die Heideläufe, die vom TuS Liepe organisiert werden. Mehr als 100 Kinder und Erwachsene nehmen inzwischen regelmäßig daran teil. Was früher deutlich kleiner begonnen habe, sei zu einem festen Treffpunkt und einem gelungenen Auftakt für das Festwochenende geworden.

Ab 21 Uhr folgt dann die Heidenacht mit „Best of Music“. Für Hensel und sein Team gehört sie fest zum Heideblütenfest. Sie soll vor allem auch jungen Menschen und Erwachsenen einen Treffpunkt bieten – einen Abend, an dem man sich bei Musik unterhalten oder einfach tanzen kann.

Der Sonnabend bleibt geschlossen

Wichtig ist den Organisatoren ein Hinweis: Am Sonnabend, 29. August, findet kein Festprogramm statt. Der Tag wird komplett für den Umbau und die Vorbereitung des großen Festtages am Sonntag genutzt.

Dann allerdings wird rund um die Schafställe wieder ganz viel los sein. Auftakt ist am Sonntag, dem 30. August, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst im Schafstall der Kirchengemeinde Trebel. Ab 11 Uhr begrüßen die amtierende Heidekönigin Selina Hintze und Heidekronprinzessin Mathilda Jacobs die Besucher.

Anschließend folgt ein buntes Programm mit Musik, Heide-Interviews und Tanzdarbietungen. Durch das Programm führt in diesem Jahr erstmalig der weithin bekannte Andreas Mohnberg.

Die Heide-Brasserie und die Fährkrug-Musikanten sorgen für musikalische Unterhaltung. Dazu kommen Tanz- und Kampfkunstvorführungen von Sport-Art und den Öwerpetters.

Ein besonderer Moment des Jubiläumsjahres ist um 12 Uhr das Hoheitentreffen. Ehemalige Heidehoheiten sollen noch einmal zusammenkommen und gemeinsam auf vier Jahrzehnte Heideblütenfest zurückblicken.

Um 15 Uhr steht schließlich der Höhepunkt des Festes an: Mathilda Jacobs wird zur neuen Heidekönigin gekrönt. Gleichzeitig werden die neue Heidekronprinzessin und die Heidekinder proklamiert. Dass die Krönung in diesem Jahr bereits am Nachmittag stattfindet, ist durchaus bewusst so geplant. In der Vergangenheit war der große Moment erst deutlich später angesetzt.

Danach geht das Programm weiter – mit Tanzgruppen, Kampfkunst und Blasmusik. Auch abseits der Bühne gibt es einiges zu entdecken: Ein Heidemarkt mit Kunsthandwerk und regionalen Produkten lädt zum Bummeln ein, verschiedene gastronomische Stände sorgen für Essen und Getränke und das große Café mit selbstgebackenen Kuchen und Torten. Für Kinder planen die Feuerwehr Groß Breese/Nemitz und der TuS Liepe ein eigenes Programm, unter anderem mit einer Hüpfburg und dem Zielschießen mit der Wasserkanone.

Und dann ist da noch die große Tombola. Rund 350 Preise warten auf Gewinner. Darunter befinden sich zahlreiche Trostpreise, auch für die jüngsten Besucher. Um 16.30 Uhr werden schließlich die Hauptgewinne gezogen.

Das alles kostet die Besucher keinen Eintritt. Auch das gehört für Hensel zum Gedanken des Heideblütenfestes. Gerade Familien sollten die Möglichkeit haben, gemeinsam einen Tag in der Nemitzer Heide zu verbringen, ohne dass bereits am Eingang zusätzliche Kosten entstehen. Das 40. Heideblütenfest soll vor allem zeigen, dass die Tradition lebendig geblieben ist – weil immer wieder neue Menschen bereit sind, sie weiterzutragen.

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