Lager als große Lösung

Sumte bereitet sich auf Ukraine-Flüchtlinge vor

bbm Sumte. Auch in der Kiebitz-Region treffen immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine ein. In Lüchow-Dannenberg sind es bereits ein­ige Hundert, die meist privat untergebracht sind. Nur wenige Kilometer nördlich von Neu Darchau, im 100-Seelen-Dorf Sumte (Amt Neuhaus), bereitet sich der Landkreis Lüneburg auf die Aufnahme von bis zu 750 Ukrainerinnen und Ukrainern vor: Das Lager Sumte, wo bereits von November 2015 bis 2018 syrische Flüchtlinge in einem ehemaligen Bürodorf untergebracht waren (Kiebitz berichtete), wurde und wird dazu ertüchtigt. Zehn Hallen sollen dort demnächst zur Verfügung stehen. Wie damals auch fand im Vorfeld dazu eine Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger des Amtes Neuhaus statt, und dieses Mal gleich in der Einrichtung selbst. Am Mittwochabend waren etwa 70 Bürgerinnen und Bürger erschienen, um sich selbst ein Bild zu machen – darunter auch Feuerwehrleute aus den Ortswehren: „Wir wollen wissen, was uns an Arbeiten erwartet, wenn wir mit über 80 Mann am kommenden Sonnabend hier aufschlagen“, erklärte einer. Und auf die entsprechende Frage sagte ein Gast: „Klar, wir würden auch einzelne Neuankömmlinge in unser Haus aufnehmen. Mal sehen!“

Beim dem Treffen vor Ort waren auch der Lüneburger Landrat Jens Böther mit Pressereferentin Katrin Holzmann, Amt Neuhaus-Bürgermeister Andreas Gehrke, Ortsvorsteherin Heidemarie Gaede für Sumte und sechs weitere Ortsteile, Projektleiter Holger Pilch (DRK Lüneburg) mit Sebastian Hahn (ASB Lüneburg) sowie die beiden Gesellschafter der (zunächst für ein Jahr) vermietenden Elbtalaue Verwaltungs GmbH Gander und Maaß-Emden. Landrat Böther wollte in seiner Begrüßung klarstellen, dass diese große Lösung vornehmlich dazu dienen solle, Zeit zu gewinnen. Wohnraumsuche im gesamten Kreisgebiet sei eine der großen Herausforderungen für die Kommunen, wie auch Hilfsangebote vor Ort auf die Beine zu stellen. Die Gemeinde Amt Neuhaus würde auch medizinische Versorgung und Hilfe für den Alltag gewähren können. „Die Häuser in Sumte bieten zunächst Platz und Ruhe“, war eines der Hauptargumente von Bürgermeister Gehrke. „Die Menschen in Sumte haben diese Situation bereits 2015 gemeistert. Ich bin sicher, dass ein gutes Miteinander auch diesmal gelingen wird.“

Übrigens: Bereits am Sonnabend darauf zeigte sich Gehrke begeistert von den Leistungen, die etwa 135 Freiwillige an diesem Tag erbracht hatten, besonders beim Zurüsten und Montieren von Trennwänden, um etwas individuellen Lebensraum (Kabinen von 25 Quadratmetern) für zunächst 200 Personen samt Strom- und Wasserversorgung zu erstellen.

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