Interview mit DRK-Ehrenamtskoordinatorin Luisa Wagner über Freiwillige

„Gute Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen“

bv Dannenberg. Zum diesjährigen Tag des Ehrenamts hat Redakteur Björn Vogt DRK-Ehrenamtskoordinatorin Lusia Wagner, zuständig beim Kreisverband für den Einsatz von Freiwilligen, einige Fragen gestellt.

Wie viele Ehrenamtliche sind bei Ihnen beschäftigt?

Wir haben beim DRK im Landkreis Lüchow-Dannenberg über 400 aktive Ehrenamtliche. 130 Helfer in der Bereitschaft, 16 im Kleidershop, 14 im Besuchsdienst und etwa 220 Aktive in den Ortsvereinen. Und dann haben wir noch 20 freie Helfer, die unregelmäßig angefragt werden.

Welche Bereiche werden durch die Ehrenamtlichen abgedeckt?

Ganz aktuell werden die Coroana-Impfungen und Testungen von der Bereitschaft durchgeführt. Ebenso das ganze Thema Katastrophenschutz, wo die Helfer bei Hochwasser oder der Flüchtlingskrise schnell viel realisieren. Oder ganz banal: Sanitätsdienst bei Volksfesten. Dann haben wir die DRK-Ortsvereine, die vor Ort großartige Arbeit leisten, indem sie Krankenbesuche machen, Ausflüge oder Vorträge organisieren und Weihnachtsfeiern veranstalten. Auch die Blutspendetermine werden von den Freiwilligen in den Ortsvereinen vorgenommen. Der Besuchsdienst kümmert sich um einsame, meist ältere Menschen mit dem Ziel, die Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern. Der DRK-Kleidershop wird von 16 Ehrenamtlichen betrieben. Sie kümmern sich um die Sortierung und den Verkauf von gespendeter Kleidung.

Welche Altersgruppen sind besonders häufig vertreten? Kinder aus dem Haus, aber zu jung für den Lehnstuhl?

Das ist sehr gemischt. Wir haben alle Altersgruppen dabei. Viele sind in der Tat eher in der zweiten Lebenshälfte. Wenn jemand in Rente geht und eine sinnvolle Aufgabe sucht, ist eine ehrenamtliche Aufgabe genau das Richtige. Es ist eine gute Gelegenheit, unter Menschen zu kommen, sich Struktur zu schaffen und dabei Gutes zu tun. Auffallend ist, dass sich viele Zugezogene melden. Das Ehrenamt ist eine gute Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Wie häufig wird ein Ehrenamt „im Durchschnitt“ ausgeübt?

Rund 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung engagiert sich ehrenamtlich. Man denke nur an den Bereich Sport. Und wer damit einmal angefangen hat, macht das mehr oder weniger ein Leben lang. In vielen Familien leben die Eltern das auch vor.

Wie gewinnen Sie Neue?

Durch Plakate, Presse, durch social media und Mundpropaganda.

Wo und wofür benötigen Sie momentan Kräfte?

Die Bereitschaft sucht dringend Unterstützung bei der Durchführung der Corona-Impfungen und Testungen. Und dann werden immer mal wieder Helfer bei den Blutspenden und im Kleidershop gebraucht.

Was hat die Corona-Pandemie verändert?

In der Krise steigt die Hilfsbereitschaft. Ich habe seit Beginn der Pandemie mehr Anrufe von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. In der ersten Welle hat das Jugendrotkreuz im Dannenberger Raum einen Einkaufshelferservice angeboten. Wegen den Gefahren durch die Pandemie ruht das Jugendrotkreuz momentan. Innerhalb des JRKs gibt es eine sehr rege Kindergruppe mit Nachwuchskräften.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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