Neuer Promi aus dem Wendland

Fußballschule auf Malle: Michael Busse ist Teil der VOX-Sendung „Goodbye Deutschland!“

bv Schweskau. Auf Mallorca gibt es inzwischen eine eigene Kaste von deutschen Emigranten: Die Promi-Auswanderer, bekannt geworden durch die VOX-Fernsehsendung „Goodbye Deutschland!“. In diesem Doku-Format wird das Gelingen ebenso wie das Scheitern von auswanderwilligen Deutschen in aller Welt begleitet. In einer Sondersendung, dem „Mallorca Special“, geht es ausschließlich um Auswanderer, die ihr Glück auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel versuchen.

Bekannte Gesichter sind etwa das Fitness-Ehepaar Roben, Daniela Katzenberger, Jennifer Matthias oder Danny Büchner, beides Witwen des verstorbenen Jens Büchner. Der auch Malle-Jens genannte gebürtige Leipziger war mit seiner neuen Freundin Jennifer Matthias und dem gemeinsamen Sohn 2010 ausgewandert. Er hatte seine Ehefrau und zwei erwachsene Töchter zurückgelassen. Nach Jennifer kam Danny, die letzte Ehefrau Büchners, die heute integraler Bestandteil des Malle-Specials ist.

Dieser Reigen der TV-Prominenten wird nun erweitert, und zwar um den in Schweskau aufgewachsenen Michael Busse, der seit 11 Jahren auf Mallorca zwei Fußballschulen für Ferienkinder betreibt, in Santanyi und in Cala Millor.

Der ehemalige Lüchow-Dannenberger, der in Cala Ratjada im Nordosten Mallorcas lebt, wurde von einem VOX-Team ein knappes Jahr lang begleitet. „Wir sind auf jeden Fall in drei Sendungen zu sehen“, berichtet Busse (die erste wird am Montag, 10. Januar, um 22.15 Uhr auf VOX ausgestrahlt). Ob es danach weitergehe, hänge von der Einschaltquote ab.

Denn der Sender brauche nicht nur die extrovertierten Paradiesvögel, sondern auch „Normalos“, wie Busse sich einschätzt.

VOX zahlt ein kleines Honorar. Auf das Geld sei Busse nicht angewiesen. Aber der Unternehmer verspricht sich einiges durch die zu erwartende Werbewirkung der Sendung: Die Reichweite sei „enorm, auch durch die Resonanz auf Social Media“.

Viele Zuschauer verfolgen etwa das Schicksal von Danny Büchner auf Instagram. Büchners Sohn geht in Busses Fußballschule – reiner Zufall.

Busse hat schon viel erlebt: Aufgewachsen im Wendland, habe er zunächst eine Ausbildung beim Finanzamt absolviert – „das war nicht so meine Welt“. Anschließend habe er sich bei der Marine verpflichtet. „Ich war sogar im Krieg, in Jugoslawien, habe aber vorzeitig meine Dienstzeit beendet.“ Nach Umzug nach Lüneburg und später Hamburg habe er für einen großen Versicherer Sport-Events organisiert.

Er habe dann seine Fußball-Trainerlizenzen gemacht und sei 2010 auf die Insel ausgewandert. Sein Fussicamp lief gut. „Ich konnte davon leben, hatte keine hohen Ansprüche.“ Nach der Pleite des Reiseanbieters Thomas-Cook – der Anbieter schuldet Busse noch einen mittleren fünfstelligen Betrag, den er wohl abschreiben muss – kam Corona. Aber der Fußballtrainer ließ sich nie unterkriegen. Im Gegenteil – er half in der schweren Zeit vor allem anderen. So wurde auch VOX auf ihn aufmerksam. „Ich habe viel Charity gemacht, im Winter 2020/21. Weil die Insel mir viel gegeben hat, wollte ich etwas zurückgeben. Knapp 27 Tonnen Lebensmittel habe ich hergebracht, mit Freunden rund 600 Jacken verteilt, die wir gekauft hatten, und Weihnachtsgeschenke. Da wurden die Scouts von VOX auf mich aufmerksam. Die Chefin der Produktionsfirma fragte, warum ich nicht Teil der Sendung sei. Ich hatte mich vor fünf Jahren mal beworben, habe aber nie etwas von denen gehört.“ Nach einem Kennenlernen war dann klar: Die Dreharbeiten beginnen in 14 Tagen, seit Februar 2021 wurde gefilmt.

Busse hat übrigens keinerlei Einfluss auf das Ergebnis: „Ich wusste nicht, wie sie das Material schneiden“, meint der 49-Jährige. Das Material sei nicht „gescripted“, also nicht von der Regie beeinflusst, das Filmteam greife dramaturgisch nicht ein. Sehr wohl aber werde der Konflikt zwischen seiner Lebensgefährtin und ihm thematisiert, wo der zukünftige Lebensmittelpunkt sei. Da gingen die Vorstellungen zurzeit auseinander. Seine Lebensgefährtin wohne nicht dauerhaft auf Malle, sondern lebt und arbeitet hauptsächlich in Deutschland. „Sie hat es dreimal versucht“, so Busse. Erst, wenn die wirtschaftliche Situation wieder sicher sei, wolle sie ganz auf die Insel ziehen.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.