„kunst:offen“ in Dömitz: Gegen das Abenteuer-Defizit-Syndrom

Die ruhigere kleine Schwester der Kulturellen Landpartie auch in Polz

bv Dömitz/Polz. „Musik in 432 Hertz hat eine fühlbar entspannende und heilsame Wirkung auf den Menschen. Sie öffnet das Herz und verbindet mit Himmel und Erde, denn wir schwingen in Resonanz mit dem Ton der Erde“, erklärt Percussionist Castano und spielt seine Handpan, eine Art Mini-Ufo, das warme, vielschichtige Klänge erzeugt, die scheinbar direkt ins Herz treffen – es ist tatsächlich verblüffend. Ob an der Theorie etwas dran ist, dass eine Stimmung in 432 Hertz, statt 440 Hertz, der übliche Kammerton A, diese Wahrnehmung als besonders angenehm fördert – wer weiß. Fakt ist, dass es eine angenehme Stimmung hinterlässt. Suhana und Castano sind alte Bekannte der Veranstaltungsreihe „kunst:offen“ in Dömitz und Umgebung. Aber eine über zweijährige Corona-Durststrecke liegt auch hinter ihnen.

Das Paar ist jedenfalls heilfroh, dass sie in diesem Jahr endlich wieder dabei sein können. Im ersten Stock ihres Anwesens in Polz gibt Suhana gerade den Workshop BodyFühling mit Handpanbegleitung. Um 16 Uhr liest Autorin und Bauchtänzerin Marlis Maria Brehmer. Sie attestiert den meisten Erwachsenen das Problem „ADS: Das Abenteuer-Defizit-Syndrom“. Was dagegen hilft, und was gegen zu viel Stress hilft, kann man in ihrem aktuellen Buch „Die Verführung aus dem Bauch“ nachlesen.

Danach tritt Countrysängerin Katja Kaye auf, Songschreiberin, Produzentin und Verlegerin – und Juristin. Besucher aus dem Wendland weisen Castano darauf hin, dass dieselbe Sängerin im Herbst auch in Gartow zu hören sein wird. Nicht die einzige Verbindung von hüben nach drüben – „kunst:offen“ ist die kleine, ruhige mecklenburgische Schwester der wendländischen Kulturellen Landpartie. „kunst:offen“ bietet ein langes, etwas stilleres Wochenende für die Kunst, während im Wendland, auf der anderen Seite der Elbe, zur selben Zeit Zehntausende Besucher die Dörfer stürmen.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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