Transformationsprozesse auch auf dem Dorf

Moderne Technik: Solarpaneele, Glasfaser und mehr auf der Gewerbeschau 2022

bv/gel Wustrow. 2018 fand sie zum vorerst letzten Mal statt, die Gewerbeschau in Wus­trow. Nach dem Corona-Aus im Frühjahr 2020 war den Machern der Interessengemeinschaft für Handel, Handwerk und Gewerbe (IHHG) Wustrow dann klar, dass sie die Veranstaltung nicht noch einmal verschieben können – „sonst stirbt sie“. Das sagte Matthias Böhnsch, Vorsitzender der IHHG, am Freitag bei der Eröffnung der 13. Wustrower Gewerbeschau. Drei Tage lang präsentierten über 50 Aussteller im Zelt und auf dem Fehlplatz ihre Waren und Dienstleistungen. Wenn man so will: eine Muskelschau der lokalen Wirtschaft. Unter anderem mit Automobilen, Landmaschinen, Rasenmähern, Kunsthandwerk, Ofenspeichern, Fahrrädern oder Elektrotechnik für das smarte Heim. Auf 1100 Quadratmetern im Zelt und weitläufig im Außengelände zeigten Händler und Dienstleister, was sie drauf und im Angebot hatten. Die Schau war schon mal größer. Zum Comeback nach der Corona-Pause sagte Böhnsch: „Lieber klein – aber weiterhin am Markt.“ Den Ausstellern wünschte der IHHG-Chef bei der Eröffnung: „Habt Spaß und macht gute Geschäfte. Abgerechnet wird am Sonntagabend.“

Sie finde es „beeindruckend, was Wustrow hier auf die Beine stellt“, attestierte Landrätin Dagmar Schulz (parteilos). Es sei der perfekte Ort, sich zu vernetzen und Gespräche zu führen. Sie hält es für wichtig, Kaufanreize zu bieten auf der Schau. Womöglich gebe es dann auch Synergieeffekte für Fachkräftegewinn und Zuzüge. Wustrows Bürgermeister Olaf Wendler (CDU), der noch nicht so lange im Wendland lebt, zeigte sich überrascht von der Performance. Noch vor zwei, drei Jahren habe DAN das Image gehabt, abgehängt zu sein, sagte er. Zurzeit „merkt man, dass sich das dreht“.

Bei den Ausstellern drehte sich einiges auch um nachhaltige Themen. Wer zum Beispiel zukünftig lieber in die Pedale treten will, statt kurze Strecken im Auto zurückzulegen, fand in Wustrow ebenso Angebote wie diejenigen, die sich über Solarpaneele informieren wollten oder Tipps suchten, wie mit Elek­trotechnik ein „Smart Home“ Realität wird. Auf dem Außengelände lockten neben E-Autos allerdings auch schicke Wagen mit Verbrennungsmotor das Publikum an. Landmaschinen, die mit aus nachwachsenden Rohstoffen hergestelltem Sprit betrieben werden können, waren ebenso vertreten wie die Gärtnerei Klaucke, die mit ­einem Glücksrad lockte. Den Lospreis von einem Euro spendete Arne Klaucke komplett an das Heimatmuseum in Wustrow.

Die Gewerbeschau war somit auch ein Spiegelbild des aktuellen Transformationsprozesses. Der findet übrigens auch im Bereich der Internet-Versorgung statt. Der Glasfaserversorger DBN (Das bessere Netz) war ebenfalls in Wus­trow präsent, um die Bewohner des Ortes von den Vorteilen des schnellen Internets zu überzeugen.

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